Liebe Vereinsmitglieder

Viele Baby-Boomer leben günstig zur Miete oder im Eigenheim, während junge Familien kaum noch passenden und erschwinglichen Wohnraum finden. Nun wird in den letzten Monaten zu Unrecht von einem Generationenkonflikt gesprochen, weil wer ein Einfamilienhaus besitzt oder eine günstige Mietwohnung bewohnt, oft sehr lange darin wohnen bleibt.

Es sind jedoch drei zentrale Faktoren, die Senioren vom Umzug abhalten und kein Zerwürfnis zwischen Alt und Jung:
1. das Hinausschieben der Entscheidung zum Umzug,
2. die emotionale Bindung an das Haus oder die grosse Wohnung, für die man gearbeitet und gespart hat
3. und praktische Hürden, wie die Räumung eines Hauses; eine riesige Arbeit, die man nicht unterschätzen darf.

Wer im Alter umzieht, möchte meist in der gleichen Gemeinde bleiben. Das wird schwierig, weil bezahlbare seniorengerechte Wohnungen rar sind.

Die Umzugswahrscheinlichkeit nimmt erst im hohen Alter deutlich zu – oft dann, wenn gesundheitliche Einschränkungen den Alltag im Haus oder der Wohnung erschweren und zum Beispiel Reinigung, Unterhalt, Gartenarbeit oder Treppensteigen zur Belastung werden. Dann bleibt häufig nicht mehr die Möglichkeit, eine Wunschwohnung zu finden – sondern nur noch ein Platz dort, wo gerade Kapazität besteht.

Christa Kühn, Präsidentin

Es sind die Begegnungen mit Menschen,
die das Leben so lebenswert machen.
Guy de Maupassant

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